An einer Berufsschule in Berlin sollen über 200 Berufsschüler verschwunden sein - alle kamen aus Vietnam. Sie wurden angeworben, um in der Gastronomie zu arbeiten. Was wurde aus ihnen?Die "Spur"-Autorinnen Linda Huber, Linh Tran und Steffi suchen nach ihnen. Sie sprechen mit Mitschülern, Helfern von Vermittlungsagenturen und Insidern. Erstmals äußert sich ein Schüler öffentlich und gibt Hinweise auf den Verbleib der verschwundenen Azubis.Das ist ungewöhnlich, denn üblicherweise ist die Community eher zurückhaltend. Der junge Auszubildende berichtet von Einsamkeit, von Überstunden und einem enormen Druck in den Betrieben. "Mein Chef sagt, ich muss alle Dinge akzeptieren. Ansonsten muss ich nach Vietnam zurück." Er schildert, dass er sich für die Vermittlung nach Deutschland viel Geld leihen musste. Für ihn sei es schwer, die Schulden mit seinem regulären Ausbildungsgehalt zu begleichen. Der Bundestag hat wegen des Fachkräftemangels 2023 eine Reform des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes beschlossen. Die Reform sah vor, dass Fachkräfte leichter nach Deutschland kommen können. Auch solche aus Vietnam. Die jungen Azubis kommen meistens über vietnamesische Vermittlungsagenturen nach Deutschland. Im Schnitt kostet so eine Vermittlung 12.000 Euro. In Deutschland wäre so etwas verboten, in Vietnam ist das legal. Und so beginnt für viele der Start in Deutschland mit einem Berg an Schulden.Auf ihrer Suche nach den Schülern und Schülerinnen treffen die Autorinnen auf Insider, die das Geschäft mit den Azubis genau kennen. Sie erzählen auch davon, dass manche nie die Absicht gehabt hätten, in Deutschland eine Ausbildung zu machen. Sie kämen mit dem Ausbildungsvisum hierher und tauchten nach ihrer Anmeldung an der Berufsschule direkt in die Schwarzarbeit ab, so der Vorwurf. Was wurde aus den verschwundenen Azubis? Und kann es sein, dass das Abkommen, das eigentlich eine Win-win-Situation für deutsche Betriebe und vietnamesische Azubis sein sollte, für viele die Tür in die Schwarzarbeit öffnet?Mehr unter https://diespur.zdf.de